Reisetagebuch

Kay und Sophie in Australien

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Archive for Oktober, 2009

iiieehhh, du bist ja ganz rosa!!!

Die erste ungewöhnliche Begenung im Weizengürtel hatten wir mit den hier lebenden eigentümlichen Eidechsen. Sie sehen aus wie Tannenzapfen mit kleinen Beinchen und haben eine blaue Zunge. Manche der passend Bluetongue genannten Reptilien sind sogar recht fotogen.
Blue tongue
Am Abend haben wir im Kalbarri Nationalpark noch verschiedene Schluchten angeschaut. Den restlichen Teil des Parks sind wir nicht weiter erkundschaften gewesen, da er nur über eine Schotterpiste zu erreichen war. Und da wir unser Auto in ein paar Wochen zum Verkauf anbieten wollen, sind wir jetzt oft nur im „Schongang“ unterwegs 😉 Nach dem kleinen Örtchen Kalbarri folgt ein sehr schöner Küstenabschnitt, der uns sehr stark an die Great Ocean Road (bei Melbourne) erinnerte. So gab es neben verschiedenen Felsformationen auch wieder übermütige Wale und in den Wellen spielende Delfine zu sehen. Kay hat es sogar geschafft, einen Wal bei seinem Sprung zu filmen. Ist echt genial! Außerdem ist gerade Wildblumensaison in Westaustralien, so dass überall der ansonsten braune und rote Wüstensand mit wunderschönen, in allen Farben blühenden Blumen übersät ist. Auch die Büsche und Gräser blühen farbenfroh. In Port Gregory, auch ein Küstendorf, gibt es einen rosa See. Er erstreckt sich über mehrere Kilometer und die Farbe entsteht durch Algen und Bakterien, die Beta Karotin erzeugen.
Pink Lake
Da Kay Salzkristalle, die am Ufer wuchsen, angreifen und die nassen Hände am T-Shirt abtrocknen musste, hat es nun rosa Flecken, die nicht mehr raus gehen 🙂 . Über Northampton ging es dann nach Geraldton, wo wir den Strand, den Leuchtturm und eine große Kathedrale angeschaut haben. Da das angeblich sehr schöne Museum Mittwochs zu hatte, sind wir auf einen kleinen Zeltplatz 50km südlich zum Ellendale Pool weitergefahren. Dies ist ein Wasserloch (angeblich ohne Boden), welches, wenn das Wasser über 24°C warm ist, Meningitis verursachende Bakterien beinhaltet. Die Australier waren da baden, da das Wasser laut Thermometer „nur“ 22°C hatte. Naja, wir habens uns verkniffen…

Shark Bay (Haifischbucht)

Südlich von Carnarvon beginnt der zum Weltnaturerbe gehörende Shark Bay Marine Park. Hier befindet sich auch der westlichste Punkt des australischen Festlandes, unser Ziel war aber Hamelin Pool, ein sehr salziger Nebenarm der Shark Bay. In ihm konnten die frühesten Lebensformen der Erdgeschichte überleben. Vor drei Milliarden Jahren haben sich erste einzellige Organismen entwickelt, die Cyanobakterien. Es gibt nur ein paar Orte auf der Erde, wo diese simplen Lebensformen noch existieren. Hier in der Shark Bay formen Milliarden dieser winzigen Bakterien unscheinbare Kalksteingebilde, die Stromatolithen. Die Bakterien produzieren noch immer Sauerstoff. Leider konnten wir das Blubbern nicht sehen, da die Flut um diese Jahreszeit die Stromatolithen nicht ganz bedeckt.
Stromatolithen
Die Nacht haben wir auf dem angrenzenden Campingplatz verbracht und wurden mit einem atemberaubend schönen Sonnenuntergang belohnt. Am 27.10. ging weiter es die Shark Bay entlang bis nach Denham. Zwischendrin gab es Unmengen von Ausguckpunkten, von denen man das flache, klare Wasser der Buchten und deren Bewohner beobachten konnte. Wir haben Zitronenhaie, Rochen und große Fische gesehen, denn zum Glück hat Kay ein Fernglas von zu Hause mitgenommen. Das eigentliche Highlight der Shark Bay ist Monkey Mia. In diesem Ort kommen die wilden Delfine mehrmals täglich ins knietiefe Wasser und lassen sich von den Besuchern füttern. Da wir dieses Erlebnis schon an der Ostküste hatten und die hier viel Geld dafür haben wollten, sind wir lieber in einen kleinen Ozeanpark gefahren.
Shark Bay
Wir haben alles über Haie erfahren und einer Fütterung zugeschaut. Außerdem gab es super süße Schildkröten und Rifffische zu sehen. Auch Seeschlangen wurden uns unter die Nase gehalten, nachdem man uns erklärt hatte, dass die alle sehr giftig sind, aber in der Regel harmlos. Gut zu wissen! 😉 Nachdem wir noch in einer mit Steinfischen (giftigster Fisch der Welt) bevölkerten Lagune und dem Shell Beach (nur aus Muscheln bestehender Strand) gestoppt hatten, ging es für uns wieder auf den Highway Richtung Süden in den sogenannten Weizengürtel Westaustraliens.

Schnorcheln, Blowholes und Kröten

Die Nacht haben wir in Tom Price verbracht, einem kleinen Städtchen, das nur vom Eisenerzabbau lebt. Nachdem wir einen neuen Reifen besorgt hatten, ging es wieder Richtung Küste. Im nordwestlichsten Zipfel Australiens liegt Exmouth und der Cape Range Nationalpark. Hier befindet sich das Ningaloo Riff teilweise nur wenige Meter vor der Küste und ist bequem vom Strand aus zu erschnorcheln. Es ist eines der wenigen Riffe, welches sich an der Westküste eines Kontinentes gebildet hat. Im Nationalpark haben wir uns auch gleich im Schnorcheln versucht und tatsächlich zahlreiche bunte und auch große Fische gesehen – u.a. den Papageienfisch und Shir Kan aus „Findet Nemo“. 😉 Die Korallen sind aber so nah an der Küste leider nicht so farbenfroh. Das Meer ist hier oben noch angenehm warm, aber der raue Charakter der Westküste zeigt sich schon mit starken und kühlen Winden. Unsere Reise führte uns von hier aus immer der Küste entlang in den Süden Westaustraliens. Der nächste Zwischenstopp war im kleinen Küstenort Coral Bay. Hier waren wir ein weiteres Mal Schnorcheln. Dem North West Costal Highway folgend haben wir die Tropen endgültig verlassen und einen kurzen Abstecher nach Point Quobba gemacht.
Point Quobba
Dort gab es neben einem alten Leuchtturm, die raue Steilküste zu bestaunen. Besonderes Highlight war das schon von weitem zu sehende Blowhole. Diese aus dem ausgehöhlten Felsen schießende, meterhohe Wasserfontäne wird vom Wellengang erzeugt und erinnert zusammen mit den dabei verursachten Geräuschen an das Ausatmen eines riesigen Wales. Apropos Wale: Unweit der Küste konnten wir das erste Mal seit der Ostküste wieder Buckelwale beobachten, wie sie übermütig aus dem Wasser sprangen. Danach machten wir kurz Halt in Carnarvon und deckten uns mit frischen, direkt von den Farmern gekauften Obst und Gemüse ein. Das aufregendste Erlebnis hier war eine riesige Kröte, die Sophie (quiekend) nach dem Spülen in der Toilettenschüssel gefunden hat. Es war ein unangenehmer Geselle!

Karijini National Park

Die erste Nacht haben wir in der Nähe der Dales Gorge verbracht, in der es zwei Wasserfälle und mindestens drei zugängliche Wasserlöcher zum Baden gibt. Der Fern Pool und die Fortescue Falls haben uns sehr gut gefallen, aber auch der Circular Pool sah ganz toll aus.
Fortescue Falls
Nach diesem sehr schönen Tag sollte der zweite noch viiiieeeelll schöner werden. Früh am Morgen sind wir der insges. über 70km langen Schotterpiste gefolgt, zu der sehr eindrucksvollen Kalmini Schlucht. Nach einem kurzen Abstieg hinunter zum Flüsschen sieht man zuerst einen kleinen Wasserfall und viel Grünzeug ringsherum. Nachdem wir uns aber durch die Büsche geschlagen hatten, war nur noch der Fluss und rechts und links eine ca. 50m hohe Wand aus roten und gelben, eisenhaltigen Gestein zu sehen. An manchen Stellen war der Fluss nur 1m breit, so dass wir bequem an der Seite gehen konnten. An anderen Stellen nahm er aber die ganze Breite der Schlucht ein, so dass wir an der Felswand entlang klettern mussten. Hat tierisch viel Spaß gemacht und zur Belohnung sind wir an einer tieferen Stelle baden gegangen. War sehr kalt!!! Aber es sollte alles noch viel besser kommen. Nachdem wir noch an 3 verschiedenen Lookouts waren, die entweder Aussicht auf Wasserfälle oder Flüsse in Schluchten boten, sind wir bei der Weano Gorge angekommen. Da wollten wir einen Wanderweg der ganz besonderen Sorte wagen. Wir sind in die Schlucht hinabgestiegen, in der es einen breiten, aber nicht sehr viel wasserführenden Fluss gab. Nachdem wir über Steine gesprungen oder direkt an der Felswand entlang geklettert sind, sind wir an eine Stelle gekommen, an der die Schlucht nur noch ca. einen Meter breit war. Nach ein paar weiteren Metern weitete sie sich wieder und es lag ein schöner, kleiner Pool vor uns. Wir mussten uns wiederum an der Felswand entlang hangeln. Zum Glück hat Kay Sophie ein paar Griffe gezeigt und gesagt, wo sie hintreten kann! Als sich die Schlucht wieder verengte, ging es ungefähr nochmal 30m auf glattem, rutschigem Fels dahin, bis auf einmal eine Geländerstange im Fels verankert war, die einen kleinen Wasserfall hinunterführte. Das letzte Stück war sogar nur noch ein Seil. Nachdem wir das alles gemeistert hatten, standen wir in einem nach oben offenen Felsdom, in dem sich ein klarer Pool befand. Es war einfach atemberaubend und auch das Baden war toll. Man konnte noch mehrere solche Wege wandern, brauchte dafür aber dann meistens irgendwelche Abseilgerätschaften, so dass für uns da leider Schluss war. Kurz vor Ausgang des Parks und somit Ende der wirklich sehr schlechten Schotterpiste hatten wir dann auch noch einen platten Reifen. Aber das konnte den Tag nicht wirklich vermiesen.

Broome

Die allererste Amtshandlung in Broome war es, am Cable Beach ins kristallklare Meer zu springen. Bei einer Außentemperatur von 36 °C war das 29 °C warme Wasser keine wirkliche Erfrischung, Spaß gemacht hat es dennoch. Broome ist die erste Stadt an der Westküste, wo man relativ unbekümmert im Meer baden kann. Es soll zwar Krokos und auch gefährliche Quallen geben, aber die wurden seit mehreren Wochen schon nicht mehr gesehen! 😉 Auch sonst ist die Stadt sehr schön. Es gibt eine „Altstadt“ mit ein paar netten Geschäften, ein ca. 100 Jahre altes, sehr romantisches Open Air Kino, in dem wir auch einen Film geschaut haben, und Millionenjahre alte Dinospuren. Am Gantheaume Point steht ein alter Leuchtturm und bei Ebbe kann man am Steinstrand davor nach Fußspuren von Dinosauriern suchen. Von dreien haben wir zwar auf Grund der zurückkommenden Flut nur einen gefunden, war aber trotzdem spannend. Zusätzlich haben wir ein paar schöne Fotos mit den roten Sandsteinfelsen, die in der Sonne noch intensiver leuchteten, geschossen.
Gantheaume Point
Nach einem kurzen Besuch des Hafens sind wir der Küste ungefähr 650km südlich gefolgt, um im für den Eisenerzabbau bekannten Port Hedland eine Rast einzulegen. Weiter ging es nochmal 300 km ins Landesinnere zum superschönen Karijini N.P.

Nichts, Nichts und noch mehr Nichts…

Der 17.10. war wiedermal durch stundenlanges, stupides Highwayfahren geprägt. Die einzige Unterbrechung bot die Geikie Gorge. Das ist eine Schlucht, in der momentan sogar Wasser fließt. Natürlich gabs auch dort wieder Freshies, so dass wir uns nicht ins Wasser getraut haben. Der zwar kurze, aber bei brütend heißen Temperaturen nicht zu empfehlende Wanderweg führt entlang des Flussbettes. War alles ziemlich sandig und zugewachsen. Nachdem wir uns unter einem Wasserhahn (mit sogar einigermaßen kaltem Wasser) erfrischt haben, sind wir mit unserem Auto wieder los gezogen.
Gegen Abend sind wir dann in Derby angekommen. Diese Stadt liegt am Westende der Gibb River Road (das ist die Schotterpiste, die direkt durch die Kimberleys führt), was, soweit wir es sehen konnten, auch die einzige wirkliche Attraktion ist. Auf dem Campingplatz gab es einen schneeweißen Pfau, der für uns sogar sein Rad geschlagen hat. Einzigartiger Anblick! Am nächsten Tag haben wir uns noch den über 15 m hohen Bootsanlegesteg bei Ebbe angeschaut. Derby hat mit 11 m den höchsten Gezeitenunterschied Australiens. Da sind die Derbyaner schon extrem stolz drauf! 😉 Außerdem waren wir noch im alten Gefängnis, wo schon vor 1900 die Ureinwohner unter freiem Himmel und unter menschenunwürdigen Bedingungen am Boden fest gekettet wurden. Die Informationen rund um das Gefängnis wurden endlich mal ungeschönt dargestellt (passiert leider nicht so häufig, wenn es um die Geschichte zwischen Aborigines und der weißen Bevölkerung geht!) Die Gefangene wurden hauptsächlich nach Broome und Umgebung verschifft, um den gefährlichen Job des Perlentauchens zu übernehmen. Dafür wurden sie im sog. „Prison Tree“ zwischengelagert. Das ist ein riesiger, auf 1500 Jahre geschätzter Baobabbaum, der fast komplett ausgehöhlt ist.
Prison Boab Tree
Zum Abschluss stand noch die längste Viehtränke (Der Welt? Aber bestimmt der südlichen Hemisphäre! 😉 ) auf dem Plan, an der Unmengen von Rindern gleichzeitig saufen konnten. Nachdem wir diese ganzen Attraktionen abgegrast hatten, ging es ins etwa 200 km entfernte, direkt an der Westküste gelegene Broome.

Die Kimberleys

Als erste Attraktion in Westaustralien ging es zum größten Stausee der südlichen Hemisphäre: Der 700km² große, strahlend blaue Lake Argyle liegt ganz einsam in Mitten von Wüste und Bergen und ist zum Glück krokodilfrei. Man kann nur an einer einzigen Stelle das Wasser erreichen. Nach so langer Fahrt mussten wir einfach ein kühlendes Bad nehmen, bevor wir weiter nach Kununurra gefahren sind. Die erst 1959 gegründete Stadt gilt als östliches Tor zu den Kimberleys, einem riesigen Naturgebiet, welches sich von hier bis nach Broome erstreckt und für seine unberührte Natur mit Wasserfällen, Flüssen, Schluchten und den uralten flaschenförmigen Baobabbäumen berühmt ist. Leider gibt es nur eine 650km lange, unbefestigte und nur mit Allrad zu bewältigende Piste durch die Kimberleys. Da uns das Ausleihen eines Geländewagens oder eine geführte Tour zu teuer waren, mussten wir den eher unspektakulären Highway nehmen, der uns im Süden an den Kimberleys vorbeiführte. Auch an den wiederum nur mit Allrad zu erreichenden Bungle Bungles führt er nur vorbei.
Bungle Bungles
Da wir uns diese berühmten und zum Weltnaturerbe zählenden Felsformationen aber nicht entgehen lassen wollten, haben wir direkt am Turkey Creek Roadhouse einen Rundflug gebucht. Nach über drei Stunden warten, bestiegen wir als einzige Fluggäste am frühen Nachmittag eine rund 40 Jahre alte, einmotorige Cessna. Von der unbefestigten Buschpiste neben dem Highway ging es in einem 50minütigen Flug über die rund geformten Sandsteindome, welche aus vielen unterschiedlich farbigen Schichten (eine unter anderem aus Algen) aufgebaut sind. Zusätzlich wird das Gebiet von tiefen Schluchten durchzogen, welche wir im Tiefflug erkundeten. Wohlbehalten zurück auf festem Boden haben wir wiederum viele Kilometer später auf einem Rastplatz übernachtet. Ein aufkommendes Gewitter bot mit wenig Regen, dafür aber spektakulären Blitzen und Wolkenformationen die perfekte Abschlusskulisse für einen wunderschönen Tag!
Gewitter

Wir fahren in den Westen – Grenzkontrolle!!

Da hier im Norden der einzige Highway nach Westen in Kathrine beginnt, haben wir es uns nicht nehmen lassen, noch einmal bei den Edith Falls vorbeizuschauen und baden zu gehen. Nachdem wir dann in der Stadt für eine längere Fahrt Proviant gebunkert haben, ging es rund 200km bis zum ersten! Roadhouse im Gregory National Park. Dort am Victoria River haben wir übernachtet und sind am nächsten Morgen gleich erst einmal auf ein Plateau auf einen tollen Aussichtspunkt gestiegen.
Victoria River
Die Sonne entwickelt jetzt zum Ende der Trockenzeit trotz der frühen Stunden eine enorme Hitze, so dass wir die nächsten 270km bis zur Grenze nach Western Australia mit nur einem kurzen Stopp an einem alten geschichtsträchtigen Baobab-Baum durchgefahren sind. Am Grenzposten angekommen, mussten wir uns erst einmal einer ausgiebigen Kontrolle unterziehen: Nein, nicht die Pässe oder ähnliches waren von Interesse, sondern nach Obst, Gemüse, Honig und blinden Passagieren wie Aga-Kröten wurde gefahndet! Und da wir einiges an seeeehr gefährlichem frischem Obst, Gemüse und Honig dabei hatten, mussten wir erst einmal eine unfreiwillige Pause einlegen. Um die seuchenbringenden Gefahrenstoffe vorm Mülleimer zu retten, haben wir nahezu alles an Ort und Stelle verputzt.

Kakadu National Park

Nach einer schwülen Nacht auf einem heruntergekommenen aber teuren Caravanpark in Darwin haben wir am folgenden Tag unsere Vorräte aufgefüllt und einen neuen Ersatzreifen besorgt (ein paar Tage zuvor hatten wir mal wieder einen Platten). Auf dem Arnhem Highway ging es in Richtung Osten zum Kakadu National Park. Zwischenstation haben wir am Fogg Damm gemacht, ein für seinen Tierreichtum bekanntes Feuchtgebiet. Eigentlich wollten wir unbedingt unser erstes freilebendes Krokodil sehen, es zeigte sich aber trotz vieler Warnschilder keines. Der große Vogelreichtum war den Abstecher aber allemal wert. Halt haben wir auch in einem interessanten Infocenter zum Thema „Wetlands“ – also Feuchtgebiete – gemacht. Die ganze Gegend von der Küste der Timorsee im Norden bis weit in den Kakadu N.P. ist von Flüssen durchzogen und lockt neben Krokodilen und Wasserbüffeln vor allem Vögel an. Nach rund 200 km endlich im Nationalpark angekommen, haben wir als erstes auf dem Zeltplatz des Aurora Kakadu Resorts eingecheckt und uns in den großen Pool geworfen. Gegen Abend sind wir von dort aus auf einen Rundwanderweg zu einem einsamen See aufgebrochen, um nach Krokodilen Ausschau zu halten. Aber bis auf eine große grüne Baumschlange sind uns leider keine weiteren Reptilien begegnet. Der Billabong in der Abendstimmung war dennoch die Wanderung Wert und in der Rezeption des Resorts bekamen wir einen Tipp, wo wir am folgenden Tag todsicher große gefährliche Salzwasserkrokodile sehen könnten. Am nächsten Morgen sind wir dann auch zielstrebig nach Ubirr zum besagten East Alligator River gefahren. Leider zeigte sich wiederum kein Kroko, so dass wir uns erst einmal die berühmten und wunderschönen Felsmalereien der Aborigines angeschaut haben.
Baramundi
Diese bis zu 20.000 Jahre datierten Zeichnungen von Fischen, Schildkröten, großen Echsen, Kängurus und auch tanzenden Strichmenschen waren ungewöhnlich farbenfroh und detailreich. So etwas Schönes hatten wir bisher noch nicht gesehen! Im Gebiet der Felszeichnungen sind wir auf einen Lookout gestiegen, von dem man aus die umgebenden Wetlands, Seen und Berge überblicken konnten. Anschließend versuchten wir noch einmal unser Glück bei der „Krokodiljagd“ am Fluss: Und diesmal zeigte sich tatsächlich ein großes Exemplar dieser urzeitlichen Killermaschinen. Aus sicherer Entfernung beobachteten wir es viele Minuten lang, wie es auftauchte um Luft zu holen und dann wieder abtauchte und unsichtbar wurde, um Minuten später unbemerkt an einem anderen Ort wieder aufzutauchen.
Salzwasserkrokodil
Da wir in der mittäglichen Hitze dringend eine Abkühlung brauchten, sind wir nach Jabiru gefahren, um im dortigen Schwimmbad ein paar Bahnen zu ziehen. Erfrischt und erholt haben wir später noch einen sehr schönen Wanderweg am Nourlangie Rock gefunden, der wiederum Felsmalereien und Schluchten zu bieten hatte. Am letzten Tag im Kakadu NP sind wir noch ein Stück dem Yellow River gefolgt, um uns die Feuchtgebiete noch einmal aus der Nähe zu betrachten.
Wetlands
Weitere Highlights des Parks, wie diverse Wasserfälle, waren leider nur mit Allrad zu erreichen, so dass wir dem Park „Auf Wiedersehen“ gesagt haben.

Darwin – Hauptstadt des Northern Territory

Am 11.10. sind wir in Darwin angekommen und haben mit Erschrecken festgestellt, dass es hier noch heißer war als im Outback. Vom reinen Nichtstun kam man schon ins Schwitzen. Nachdem wir kurz durch die Stadt geschlendert (oder eher gekrochen) und zu einem Aussichtspunkt gefahren sind, haben wir das bunt gemixte aber überaus interessante Museum zur Tier und Pflanzenwelt des Northern Territory, zur Stadt Darwin und speziell deren vollständige Zerstörung durch den Zyklon Tracy an Weihnachten 1974 besucht. Ein großer Teil befasste sich auch mit der Geschichte, Lebensweise und Kunst der Aborigines. Nachdem wir einen großen Teil des Nachmittags im Museum verbracht und das dort ausgestellte über 5m lange Krokodil „Sweetheart“ (ausgestopft) bestaunt hatten, haben wir im Lake Alexander ein „kühlendes“ Bad genommen (die Dusche hinterher war kälter. 😉 Bei dieser Gelegenheit sei angemerkt, dass es im nördlichen Teil Australiens kein kaltes Wasser gibt. Alles was aus dem „kalten“ Wasserhahn kommt, hat mindestens 30 Grad, meist sogar Körpertemperatur und manchmal sogar mehr als das. Von daher hätten wir euern vorzeitigen Schnee sehr gut gebrauchen können.
Aber zurück zu Darwin: Weil uns nun schon mehrere Leute geraten hatten, mal Krokodil zu probieren, sind wir am Abend losgezogen und haben ein nettes Restaurant gefunden. Dort gab es zwar leider kein Krokodil, aber ein hervorragendes Meeresfrüchte-Buffet. Wir haben Austern (eine interessante, voraussichtlich einmalige Erfahrung!!), Unmengen von Shrimps, Barramundi, Krebsen, Krabben und Muscheln gegessen. Zum Nachtisch gab es dann einen Schokobrunnen mit leckeren Früchten, frischen Kuchen und Unmengen Schlagsahne (sehr zur Freude von Kay!!). Nach dem Sonnenuntergang über dem Meer haben wir uns aus dem Restaurant gekugelt und zur Nacht gebettet.
Ach und noch was: Darwin hat mit die schönsten Strände der Welt und auch das entsprechende Wetter dazu, jeden Tag baden zu gehen. Leider ist das das ganze Jahr über nicht möglich, weil einem entweder tödliche Quallen oder/und Krokodile den Spaß verderben. Schon irgendwie ironisch!

Litchfield National Park

Über Pine Creek, einer Stadt aus Goldgräberzeiten, ging es in den wunderschönen und heiß ersehnten Litchfield Nationalpark. Zuvor haben wir noch kurze und eher enttäuschende Stopps im Douglas Hot Springs (mit Wasser heißer als 60°C), Douglas Nationalpark (voller Freshies) und Robin Falls (kein Wasser) eingelegt, um auf dem alten Highway nach Adelaide River zu fahren. Dort haben wir dann gleich neben der Pferderennbahn und jeder Menge Aga-Kröten geschlafen. Das erste was wir im Litchfield NP gesehen haben, waren riesige Termitenhügel.
Termitenhügel
Eine spezielle Sorte erinnerte an überdimensionale, senkrechtstehende Granitplatten, welche alle in die gleiche Himmelsrichtung ausgerichtet waren. 20 Minuten später haben wir uns in den Naturpool der Florence Wasserfälle gestürzt. Hier war es soooo schön, dass wir gar nicht weg wollten. Die Wasserfälle waren direkt im Regenwald gelegen und rauschten genau über unsren Köpfen herunter. Unbeschreiblich!
Florence Falls
Weil einem sofort wieder warm war, wenn man dass Wasser verlässt, sind wir nur wenige Meter weiter zu den Buley Rockholes gefahren. Der Fluss fließt hier über hunderte Meter stufenweise von einem „Auffangbecken“ zum Nächsten. Wieder ein schönes kühlendes Bad. Weiter ging es ins Innere des Parks zu den Tolmer Falls, bei denen Baden auf Grund der dort lebenden, fast ausgestorbenen Flughundkolonien verboten war. Die Aussicht war trotzdem atemberaubend. Die größten zwei Wasserfälle im Park sind die Wangi Falls. Das Wasserbassin da war eher flach und ein bisschen dreckig. Dafür haben wir eine riesige Spinne entdeckt und wiedermal Flughunde. Da es schon kurz vorm Dunkelwerden war, haben wir da unser Nachtlager aufgeschlagen und Sophie ist spät nochmal Schwimmen gegangen.

Der große Unterschied!

Das kleine aber feine Örtchen Mataranka war der nächste Anlaufpunkt nach einer nicht enden wollenden Fahrt immer gerade aus. Dort gab es einen Thermalpool mit ca. 36 °C warmen Wasser mitten im Regenwald. Obwohl uns schon ziemlich warm war, haben wir trotzdem ein entspannendes Bad genommen. Bei dieser Gelegenheit haben wir uns auch mal die Krokodilwarnschilder näher angeschaut.
Warnschild
Im Norden Australiens wird sehr oft vor Freshies (Süßwasser-) bzw. Salties (Salzwasserkrokodilen) gewarnt. Dabei sind die ersten immer als zahnlose, ziemlich harmlos und sogar ein bisschen süß aussehende Wesen dargestellt und die anderen als menschenfressende, aggressive Monster. Also von unserem Standpunkt aus möchten wir mit beiden nicht so wirklich Kontakt haben. 😉 Allen Warnschildern zum Trotz stürzten wir uns aber regelmäßig in von Freshies bewohnte Flüsse und Wasserlöcher; so geschehen bei der folgenden Kathrine Gorge und bei den Edith Wasserfällen.

Von den Macdonell Ranges bis zum Hulk

Am folgenden Tag (5.10.) sind wir zurück nach Alice gefahren. Die Stadt liegt an einem großen Durchbruch durch eine Bergkette – die MacDonnell Ranges. Nach dem Auffüllen unserer Vorräte haben wir uns in die West MacDonnell Ranges aufgemacht. Die Attraktionen hier waren kleine und große von Flüssen geformte Felsdurchbrüche. Zu dieser Jahreszeit waren jedoch nur kleine Wasserlöcher übrig, in denen man aber ein kühlendes Bad nehmen konnte. Der größte der Durchbrüche, die bezaubernde Ormiston Gorge, glich eher einem Canyon. Hier haben wir auf dem Zeltplatz übernachtet und den Sonnenuntergang genossen. Am folgenden Morgen sind wir der Straße noch ein paar Kilometer nach Westen gefolgt, bis sie in eine Schotterpiste überging. Hier gab es eine weitere dieser schönen Schluchten zu bestaunen – Glen Helen. Anschließend haben wir noch einen kleinen Abstecher in die East MacDonnell Ranges gemacht. Auch hier gab es zwei Felsdurchbrüche mit Wasserlöchern und sogar Felsmalereien zu sehen. Gegen Nachmittag haben wir dann Alice Springs endgültig hinter uns gelassen und sind wieder den Highway nach Norden gefolgt. Unser großes Ziel war Darwin, die 1500 km nördlich am Ozean gelegene Hauptstadt des Northern Territories. Doch bis wir dieses Etappenziel erreichten, sollte noch einige Zeit vergehen. Zuerst einmal hieß es, eine Bleibe für die Nacht zu finden. Und weil bei Sonnenuntergang gerade das Roadhouse Wycliffe Well vor uns lag, stoppten wir dort. Da es sich um die selbsternannte UFO-Hauptstadt Australiens handelt, ähnelte der Caravanpark auch eher einem außerirdischen Mottopark. Wir haben nach der anstrengenden Fahrt jedenfalls prächtig in Mitten der Alienfiguren und einem überdimensionalen Hulk geschlafen.
Hulk und Co.

Central Australia: Ayers Rock und Co.

Alice Springs (kurz: Alice) ist eine für das Outback riesige Stadt. Da wir uns hier nicht ewig aufhalten und eigentlich nur unsere Vorräte auffüllen wollten, haben wir beschlossen, den einzigen Nachmittag dort im Dessert Park zu verbringen. Das ist ein Park, in dem die Wüste, Savannenlandschaft, Flussbetten usw. nachgestellt werden, inkl. der in den jeweiligen Regionen lebenden Tiere und Pflanzen. Besonders interessant war das Nachttierhaus, wo man bei sehr sehr wenig Licht, bedrohte und somit leider so gut wie ausgestorbene Tierchen zu Gesicht bekam. Das Bilby z.B. ist etwas größer als unsere Chinchillas und hat sich vor uns im Sand wie der Kater von Sophie´s Mutti auf dem Sofa geräkelt. Sehr süß! Danach haben wir uns zu dem nochmal 500km südwestlich von Alice Springs liegendem Uluru (Ayers Rock) aufgemacht. Auf dem Weg dahin trauten wir unseren Augen kaum, als es auf einmal zu regnen begann und es auch blitze und donnerte. Einmal ist der Blitz nur ca. 100m neben der Straße eingeschlagen und der extrem laute Knall hat nicht nur Sophie erschrocken! Zuerst waren wir ein bisschen enttäuscht, da wir ja nur wenige Tage am Uluru und Co. verbringen wollten und da keinen Regen gebrauchen konnten. Aber nach kurzer Zeit waren wir sehr froh über den Regen, da er nicht nur Abkühlung versprach, sondern auch dazu führte, dass das Regenwasser in unzähligen kleinen Wasserfällen den Ayers Rock herunter lief. Wir haben sogar ein Wasserloch am Fels entdeckt. Wenn uns vorher jmd. erzählt hätte, dass es in der Wüste am Ayers Rock ein nahezu permanentes Wasserloch gibt, den hätten wir wahrscheinlich ausgelacht! Nachdem wir den roten Felsen einige Zeit auf uns wirken lassen haben, sind wir zur Sonnenuntergangsaussichtsplattform gefahren und uns dort in der ersten Reihe platziert. Der Sonnenuntergang wurde zwar ein paar Wolken getrübt, tauchte den Fels dennoch in rotes Licht, was auf uns sehr beeindruckend wirkte.
Uluru
Am nächsten Morgen (2.10.) klingelte schon 5:15 Uhr der Wecker und es ging zur Sonnenaufgangaussichtsplattform. Leider waren an diesem Morgen noch mehr Wolken unterwegs und so konnte man die volle Wirkung nur erahnen. Nach einem schnellen Frühstück im Auto (denn es waren nur ca. 16°C und etwas windig!) sind wir dann zum 10km langen Rundwanderweg um den Ayers Rock aufgebrochen. Nach der Hälfte der Strecke haben wir uns einer vom Ranger geführten Gruppe angeschlossen. Er hat uns einige der Felsmalereien erklärt und gedeutet. Des Weiteren hat er uns den kulturellen Hintergrund rund um die Aborigines erläutert. Wieder am Auto angekommen, sind wir zu den 50km entfernten Kata Tjutas gefahren. Das ist eine aus 36 großen runden Felsen bestehende Berggruppe, die genauso rot sind wie der Ayers Rock. Wir wählten den wohl schönste und auch längste Wanderweg, welcher zwischen den Felsen hindurch und zu mehren Aussichtspunkten hinaufführt. Den Abschluss dieses ereignisreichen Tages stellte der superschöne Sonnenuntergang hinter den Kata Tjutas dar. Endlich kam das volle Rot der Felsen zur Geltung!
Kata Tjuta
Am nächsten Morgen hieß es dann noch eher Aufstehen, um wiederum zu den Kata Tjutas zu fahren, um den fantastischen Sonnenaufgang zu betrachten. Als besonderes Bonbon hat man von dort auch einen wunderbaren Blick auf den Ayers Rock. Danach haben wir noch einen kleinen Wanderweg in eine der Schluchten unternommen, um dann erschöpft aber glücklich zum ca. 300km entfernten Kings Canyon weiterzureisen. Nach einem kurzen Fußmarsch zu einem Wasserloch namens Kathleen Springs haben wir uns kopfüber in den Pool vom Resort gestürzt. Frisch gestärkt und ausgeschlafen sind wir am folgenden Tag aufgebrochen, um den Kings Canyon zu besteigen und dann quasi an der Felskante einmal ringsherum zu laufen. Nach einem wirklich steilen und langen Anstieg wurden wir mit einer sehr tollen Aussicht und einzigartigen Felsformationen belohnt.
Kings Canyon
Die Nacht haben wir im einsamen Rainbow Valley verbracht. Dabei handelt es sich um einen ziemlich großen Felsen, der in vielen verschiedenen Farben wie weiß, gelb, orange und rot leuchtet.
Rainbow Valley
Der Sonnenuntergang war wiedermal sehr schön. Wir wurden sogar mit einem besonderen Schauspiel belohnt: Nachdem hinter uns die Sonne untergegangen war, ging vor uns am Horizont ein riesiger, roter Mond auf.