Reisetagebuch

Kay und Sophie in Australien

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Archive for November, 2009

Südlich von Perth

Am 10.11. fuhren wir weiter nach Busselton und besichtigten den Busselton Jetty. Dieser malerische Pier gilt in der südlichen Hemisphäre 😉 mit seinen 1,84 Kilometern als der längste Anlegesteg aus Holz.
Busselton Jetty
Nach einem kurzen Abstecher nach Bunbury fuhren wir landeinwärts und entdeckten im Hinterland an einer einsamen Kreuzung in einem Wäldchen das kleine „Städtchen“ Gnomesville mit Einwohnern der ganz besonderen Art – tausende Gartenzwerge. Überall standen Gartenzwerge aus aller Herren Länder, sogar einer aus Sachsen. War echt lustig.
Gnomesville
Etwas weiter in Richtung Collie befindet sich der Wellington Nationalpark, in dem wir unser Lager aufschlugen. Der Campingplatz war direkt an einem Stausee und es wimmelte nur so von grün-gelben Papageien. Wer wissen möchte, wie sehr sich so ein Papagei wenn er gefangen wird mit dem Schnabel wehrt, sollte Kay fragen. ;o) Am Abend wurden wir noch von unseren tasmanischen Camp-Nachbarn eingeladen – zu in der Glut gebackene Scones und Tee. Mmmhh lecker. Das dachte sich auch ein Possum, welches sich währenddessen über unser Toastbrot hermachte aber von Kay gestellt werden konnte. Am nächsten Tag haben wir uns noch den nahegelegenen Lovers Pool angeschaut. Nach einem kurzen Bad im Ozean in Clifton Beach haben wir einen Zwischenstopp am Lake Clifton mit seinen Stromatolithen eingelegt.
Lake Clifton
Am Nachmittag sind wir nach einem Abstecher nach Mandurah noch in den menschenleeren Serpentine N.P. abgebogen um am Staudamm unser Abendbrot zuzubereiten. Auf der Suche nach einer Bleibe für die Nacht wurden wir im nahegelegenen Jarrahdale fündig. Unser Schlaflager befand sich in der heute renaturierten ersten Aluminiummine Australiens (ehem. Alcoa). Am Nachmittag des 12.11. erreichten wir wieder Perth. Etwas außerhalb haben wir uns für die letzten 2 Wochen auf einem adventistischen Campingplatz eingemietet.

Wo sich Ozeane treffen…

Nachdem wir vor 10 Tagen in Perth Richtung Osten aufgebrochen sind, sind wir wieder zurück am indischen Ozean. Dort steuerten wir den in den Dünen der Hamelin Bay gelegenen Zeltplatz an, schauten uns am Strand um und suchten ein schönes Plätzchen für die Nacht. Am nächsten Morgen ging es noch ein paar Kilometer weiter südlich ins Städtchen Augusta und weiter zum Kap Leeuwin, dem südwestlichsten Punkt des australischen Festlandes. Hier treffen unweit eines majestätischen Leuchtturmes der Arktische und Indische Ozean auf einander.
Kap Leeuwin
Von der Aussichtsplattform des Leuchtturmes hatte man bei schönstem Sonnenschein einen wunderbaren Rundblick und in den Wellen spielten die Delfine. Am benachbarten Strand stand ein mysteriöses, völlig von Kalkstein überzogenes, hölzernes Wasserrad.
versteinertes Wasserrad
An diesem Tag sind wir wieder nördlich entlang der Küstenlinie durch grüne Wiesen und Weinbaugebiete gefahren. Halt haben wir in Weingütern und Käserein gemacht, um uns mit Leckerein für die nächsten Tage einzudecken. Am späten Nachmittag trafen wir am Kap Naturaliste ein.
Sugarloaf Rock
Der Leuchtturm mit Museum war schon geschlossen, aber vom Ranger erfuhren wir, dass sich hier an der Steilküste Wale tummeln und sich eine Seehundkolonie befindet. Dies ließen wir uns nicht entgehen, denn schon mehrmals waren wir erfolglos auf der Suche nach Seehunden gewesen. Nachdem wir die Tiere eine Weile durchs Fernglas beobachtet hatten, ging es weiter auf der Suche nach einem Campingplatz. Den fanden wir dann auch in Dunsborough – er wurde von einem Deutschen Auswanderer geführt.

Majestätische Karriwälder und schroffe Klippen

Am folgenden Tag (08.11.) sind wir dem South Western Highway weiter durch tiefe Wälder Richtung Westen gefolgt.
Karriwald
Einen Abstecher haben wir in das bei Aussteigern sehr beliebte Windy Harbour gemacht, einem kleinen direkt in den Dünen liegenden Küstenort mit vielen farbenfrohen Holzhäusern. Ein paar Kilometer weiter konnten wir von einer Erhebung aus die Siedlung und die atemberaubende Steilküste mit stark ausgewaschenen Kalksteinklippen überblicken, welche sehr an große Tropfsteingebilde erinnerten.
bei Windy Harbour
Und wie immer an solchen Küstenabschnitten konnten wir nach nur kurzer Zeit auf dem Küstenwanderweg vorbeiziehende Wale erblicken. Nicht weit von uns schwamm eine Mutter mit ihrem jungen Kalb, welches übermütig immer wieder aus dem Wasser sprang.
Aber das war noch nicht der Höhepunkt dieses Tages! Wieder im bewaldeten Hinterland unterwegs steuerten wir unsere nächste Station an: den Warren National Park in der Nähe von Gloucester. Auf Grund der riesigen Wälder und der hohen Bäume mussten sich die Feuerwehrleute vergangener Tage etwas Besonderes einfallen lassen, um nach Waldbränden Ausschau zu halten. Da man keine über 100 Meter hohen Türme bauen wollte, die die majestätischen Karris hätten überragen können, hat man einfach die höchsten Bäume zu Aussichtstürmen „umgerüstet“. Hierzu wurden in den Stamm Stahlstäbe gerammt, welche als Wendeltreppe bis in die Baumkrone führten. Ein Geländer gab es nicht. Vorm Absturz wurde man nur durch einen dünnen Maschendrahtzaun geschützt. Oben in der Baumkrone ist der eigentliche Aussichtsturm als Stahlgerüstkonstruktion aufgesetzt.
Gloucester TreeGloucester Tree von oben
Nach dem Schwindel erregenden Aufstieg bietet sich einem ein gigantischer Ausblick. Mit dem Applaus der staunenden Zuschauer von unten, wiegten wir mit flauem Magen mit dem Baumriesen im Wind. Beim Blick die 80 Meter dem Stamm entlang nach unten, kamen uns schon Zweifel, wie man den Abstieg bewerkstelligen soll. Aber auch das haben wir geschafft (und der Muskelkater am folgenden Tag erinnerte uns auch wieder daran).
Im beschaulichen Gloucester haben wir uns bei Kaffee und Kuchen wieder ein wenig erholt, um anschließend gleich zum nächsten „Aussichtsbaum“ zu fahren. Bei diesem waren die Stufen noch steiler gespickt, so dass Kay allein den Gipfel erklommen hat, während Sophie von unten filmte. Am Nachmittag sind wir dann aufgebrochen, um an die 120 km entfernte Westküste zu fahren.

Albany

Am 4.11. erreichten wir Albany und da gerade ein Kreuzfahrtschiff vor Anker lag, war auch richtig was los. Man hatte das Gefühl, alle Einwohner der drittgrößten Stadt Westaustraliens wären auf den Beinen um ein gutes Geschäft mit den Touristen zu machen. Auf dem extra veranstalteten Markt haben wir uns mit Schmuck und verschiedenen Andenken eingedeckt und danach auf einem nett aussehenden Caravan Park eingecheckt. Eigentlich wollten wir nur einen Tag bleiben, da wir ja aber auch an unsere berufliche Zukunft denken müssen, sind wir einen weiteren Tag geblieben und haben Bewerbungen geschrieben. Zur Ablenkung haben wir zum Tennisschläger gegriffen. Hat echt Spaß gemacht und wir waren fürs erste Mal gar nicht schlecht. Sophie hat Kay in 7:4 Sätzen fertig gemacht (haben aber auch nach ihren Regeln gespielt!). Bevor wir die Stadt wieder verlassen haben, sind wir noch im eiskalten Meer baden gewesen, auf einen Aussichtspunkt hochgefahren und Kay hat ein altes Militärgelände mit Museen, Gerätschaften, Bunkern etc. besucht. Hatten wir eigentlich erwähnt, dass der Süden von Westaustralien einfach traumhaft schön ist? Nein… Also, der Süden von Westaustralien ist einfach bezaubernd schön. Ein besonders sehenswerter Fleck ist der Torndirrup Nationalpark. Er liegt Albany vorgelagert auf der anderen Seite der Bucht, dem größten Naturhafen der Welt, direkt am Meer und hat sehr eindrucksvolle Steilküsten und Felsformationen zu bieten, u.a. die riesige Natural Bridge (vom Wasser geformte Steinbrücke) und natürlich einsame Strände. Wir hätten dort ewig verweilen können, um einfach nur aufs Wasser und die Küste zu starren. Mitten im Nationalpark gibt es die Whale World, eine alte Walfangstation und heute Museum, welches die Walfanggeschichte der Region näher beleuchtet. Drin waren wir nicht, haben aber das große Walfangschiff am Strand angeschaut. Ein heraufziehendes Unwetter hat die ganze Szenerie in ein sehr eindrucksvolles Licht getaucht.
Whale World
Außerdem sind wir noch zu den Salmon Holes gefahren. Dies ist eine Bucht, in der es im Herbst wohl nur so von Lachsen wimmelt.
Salmon Holes
Geschlafen haben wir im weiter westlich gelegenen West Cape Howe Nationalpark, von wo es am nächsten Tag aus in den bei Denmark gelegenen William Bay Nationalpark ging. Der hat uns auch wieder super gefallen. Es gab eine einsame, ruhige Bucht (Green´s Pool genannt) und die Elephant Rocks (Felsen im Wasser, die mit ein bisschen Phantasie wie eine Herde Elefanten aussahen) zu sehen. Dort haben wir auch wieder einige Zeit nur gesessen und die hereinkommenden Wellen beobachtet. Wenn ihr die Bilder seht, werdet ihrs verstehen 😉 Danach ging es in das Land der riesigen Karri Bäume, dem Valley of the Giants. Diese uralten bis zu 90m hohen Eukalyptusbäume haben einen eleganten, glatten und geraden Stamm und da Waldbrände diesen Bäumen nicht viel anhaben können, sieht man sie oft mit ausgehöhltem Stamm, so dass man hindurch gehen (manchmal auch fahren) kann. Eine bis zu 50m hohe Stahlbrückenkonstruktion erlaubte es uns, das Blätterdach und die kilometerweite Aussicht zu genießen.
Valley of the Giants
In der Gegend gibt es einige sehr hohe Bäume mit einer großen Höhle im Stamm, die wir mehr oder weniger alle erwandert haben. Am Abend haben wir im D`Entrecasteaux Nationalpark gestoppt, der neben seiner atemberaubenden Strände und Küstenlandschaft auch für ein am Strand liegendes, 130 Jahre altes Schiffswrack bekannt ist. Dass die Überreste nur ca. alle 10 Jahre vom Wind freigelegt werden, erfuhren wir aber erst von einem Hinweisschild am Strand. Der Mandalay Beach war trotzdem die Anfahrt über eine lange Schotterstraße wert. Der Campingplatz war von nicht sehr hohen, aber weit ausladenden Peppermint Trees (Eukalyptusart) überspannt und wir waren wie immer fast ganz allein.

Stirling Ranges und Porongurup NP

Nachdem wir die Nacht in einem unbekannten National Park abseits des Highways am Meer verbracht hatten, erreichten wir gegen Mittag den im Hinterland von Albany gelegenen Stirling Range N.P. mit seinen weit emporragenden Berggipfeln. Der höchste von ihnen und von ganz Westaustralien ist der Bluff Knoll mit knapp 1100m. Diesen fast senkrecht aus dem Erdboden empor ragenden Berg wollten wir besteigen. Nach knapp 2,5 Std. Wanderung über losen Schotter und (zu) hohe Stufen sind wir erschöpft oben angekommen. Den Ausblick hatten wir ganz für uns allein und er war definitiv die Quälerei wert, aber so schnell besteigen wir keinen Tausender mehr, da auch der Abstieg mit knapp 2 Std. nicht zu verachten war.
Bluff Knoll
An diesem Tag haben wir es nur noch auf den Caravan Park in den Porongurup Ranges (benachbarte Bergkette) geschafft und sind nach einer Dusche ins „Bett“ gefallen. Den nächsten Tag wollten wir es eigentlich ruhig angehen lassen, da uns aber die Besitzerin vom Park von einem Wanderweg mit Wildblumen, Kletterei und Abenteuer vorgeschwärmt hatte und der befürchtete Muskelkater ausblieb, haben wir den sog. „Castle Rock“ erstiegen. Und er war wirklich traumhaft. Zuerst ging es ca. eine Std. immer leicht bergauf. Der ganze Waldboden war mit Unmengen von Wildblumen mit Blüten in jeder erdenklichen Farbe bedeckt: rosa und orange, gelben, lila, weiß, orange, gelb und rot… Das war mit Abstand das schönste und reichste Wildblumengebiet. Oben angekommen sahen wir zunächst den „balancing rock“. Wie der Name schon sagt, ist dieser große Fels nur noch an einem Handteller großen Punkt mit dem Fels darunter verbunden und „balanciert“ quasi. Danach begann der spaßige Teil. Die letzten 30m zum Gipfel muss man sich durch Felsspalten quetschen, über Felsen klettern, unter Steinen hindurch kriechen und zum Schluss eine verrostete Leiter auf den Aussichtspunkt hochklettern. War echt lustig, trotz der kleineren Schürfwunden. Wir haben uns gleich wieder viel jünger und in unsere Kindheit zurückversetzt gefühlt 😉 . Die Aussicht vom „Castle Rock“, der Erstbesteiger hat in dem Fels sein Schloss gesehen, war wieder mal schön. Wir haben Wälder, Wiesen und Seen und im Hintergrund die Stirling Ranges gesehen. In der anderen Richtung konnten wir sogar unser nächstes Ziel, die Küstenstadt Albany, am Horizont entdecken.
Castle Rock

Fantastischer Ausblick und Schrott aus dem All

Der Cape Le Grand N.P. ist geprägt von einer atemberaubenden Küstenlinie mit vielen vorgelagerten Felseninseln und von rund geschliffenen Granitbergen, welche wie riesige Lavablasen aus der Landschaft ragen. Schon aus der Ferne war der markante Frenchman´s Peak zu sehen.
Frenchman´s Peak
Das unerwartet sonnige Wetter war perfekt, um diesen rundlichen grauen Granitriesen zu besteigen. Nach einem steilen Aufstieg stießen wir überrascht auf eine von unten nicht zu sehende gewaltige Höhle unter der Felskuppe. Doch noch atemberaubender war der 360° Ausblick vom Gipfel: Tiefblaues Meer, von tosender Brandung umgebene Inseln, weiße Sandstrände und weitere Granitfelsen. Ein solches Panorama hatte sich uns bisher noch nicht geboten! Wir ließen es lange auf uns wirken, bevor wir den Rückweg antraten. Anschließend stoppten wir noch in mehreren traumhaft schönen Buchten mit weißem Sand, blauem Meer und hohen Wellen. Am frühen Nachmittag fuhren wir wieder zurück nach Esperance um dem regionalen Museum einen Besuch abzustatten.
Dieses ist nahe am Meer in einer großen Blechhalle mit unzähligen Anbauten untergebracht und beherbergt so ziemlich alles, was die Bewohner des Ortes nicht mehr benötigten und aus irgendeinem Grund für historisch wertvoll hielten. Ein buntes und ziemlich wahllos zusammengestelltes Sammelsurium vom alten Eisenbahnwagen bis zum verrotteten Emu-Bein. Wir waren aber dort, um die tatsächlich interessante Hauptattraktion zu sehen: Schrott aus dem All. Im Juli 1979 rückte die Stadt nämlich für kurze Zeit ins Rampenlicht, als über ihr die erste Raumstation der USA, das Skylab (von Sophie auch liebevoll „Sküllab“ genannt), beim Wiedereintritt zerbrach und die Trümmer weitverstreut in der Gegend niederregneten. Verletzt wurde damals zum Glück niemand, aber noch heute finden die Farmer der Umgebung bis zu einem Zentner schwere Bruchstücke, welche alle hier im Museum ausgestellt werden. Und weil die Australier so große Naturschützer sind, haben sie der NASA einen (nicht ganz ernst gemeinten) Strafzettel über 400$ für Umweltverschmutzung geschickt, welcher tatsächlich auch bezahlt wurde. 😉
Skylab
Im Anschluss ans Museum haben wir uns mit Vorräten eingedeckt und wieder auf den Weg zurück in Richtung Westküste gemacht. Vorher sind wir aber noch den 38km langen Great Ocean Drive gefahren, eine anscheinend nur für Touristen gebaute Straße entlang der Steilküste mit tollen Ausblicken auf Meer, Felsklippen, Strände und Buchten.
Dem South Coast Highway westwärts folgend war unser nächstes Ziel die Gegend um Albany.

Surfen, aber ohne Meer und Surfbrett!!

Wenn man von Perth an der Küste ins Inland unterwegs ist, kommt man erst durch einsame Wälder, dann beginnt das „Golden Outback“. Man fährt durch Gegenden mit riesigen Getreidefeldern und wenigen verstreuten Farmen bis dann schließlich die Vegetation karger wird und das Korn von den üblichen Sträuchern und Büschen abgelöst wird. In dieser Landschaft liegt nahe dem verschlafenen Städtchen Hyden der Wave Rock. Der Namen dieses Granitfelsens könnte passender nicht sein, da er die Gestalt einer riesigen versteinerten Flutwelle hat. Erzeugt wurde diese Form durch Feuchtigkeit im Fels in Verbindung mit der Sonneneinstrahlung, welche bewirkte, dass die seitlichen Flanken schneller verwitterten und abplatzten.
Wave Rock
Ein paar Kilometer vom Wave Rock entfernt haben wir noch eine Höhle mit Felsmalereien der Aborigines angeschaut, bevor wir uns auf den langen Weg nach Esperance, einer Stadt an der Südküste Westaustraliens, gemacht haben. Diese große, geschäftige Stadt ist einer der letzten Außenposten der Zivilisation vor der unglaublich leeren Nullarbor Plain, welche sich östlich entlang der Südküste von hier bis nach Südaustralien erstreckt. Wir erreichten Esperance gegen Abend bei Kälte und Nieselregen und checkten auf dem erstbesten Caravanpark ein. Und damit es nicht langweilig wird, hat sich der Deckel vom Kühler unseres Autos verklemmt und Druck und Temperatur der Kühlflüssigkeit stiegen in den tiefroten Bereich. Die schon erwartete Explosion blieb aber zum Glück aus. Am folgenden Montagmorgen führte uns unser erster Weg daher zum Autoteilehändler, um eine neue Radiator Cap zu beschaffen. Anschließend konnte es unbesorgt in den 50km östlich von Esperance gelegenen Cape Le Grand N.P. gehen.

Pacman schlägt zurück!

Den nächsten Tag ging es entlang der Küste weiter gen Süden. Wir haben viele kleine Fischerdörfer gesehen, die sogar ein bisschen Charme hatten. In Dongara sind wir einem Wanderweg direkt am Fluss gefolgt. Nach einer Weile hat Kay auf einmal wild um sich geschlagen und sich das T-Shirt vom Leib gerissen. Es hatte sich eine Biene auf seinen Rücken verirrt und bei der ganzen Rumfuchtelei hat sie dann aus Versehen in Kays Hand gestochen. Der Stich hat tagelang weh getan… Aber ich kann alle beruhigen: Kay geht’s besser als der Biene! ;o) In den Orten Leeman und Green Head soll es Seelöwenkolonien geben. Es hat sich jedoch nicht einer blicken lassen. Allerdings gab es schöne, einsame Strände. In Cervantes haben wir die Nacht verbracht, da die Stadt das Tor zur Pinnacles Desert ist. Kurz vor dem Sonnenuntergang haben wir uns auch dahin aufgemacht, um die imposanten Kalksteinfelsen (einer sah aus wie Pacman aus dem Ur-Computerspiel) zu sehen, die unwirklich zu tausenden wie Säulen in der Wüste stehen. Wir waren echt beeindruckt und haben Unmengen von Fotos geschossen.
Pinnacles
Nach einem Spaziergang durch die Felsen konnte man noch an entlegenere Orte fahren und mit der untergehenden Sonne war es ein sehr gelungener Ausflug. Am frühen Morgen des folgenden Tages ging es zum See Thetis, in dem es wieder Stromatolithen (von uralten Bakterien geformte Kalksteine) zu sehen gab. Auf dem Weg rund um den See gab es hunderte, nein tausende Fliegen, die nur sehr schwer davon zu überzeugen waren, dass wir sie nicht mögen! Wir haben aber auch wieder diese tannenzapfenartigen Eidechsen gesehen, die liegen hier echt überall in der Sonne. Nach einer gemütlichen Fahrt entlang der Küste sind wir am späten Nachmittag in Perth eingetroffen. Kay hat dann unser Plakat für den Autoverkauf erstellt, welches wir am nächsten Tag in jeder Jugendherberge und jedem Internetcafe aufgehangen haben. Auf diese Weise haben wir Perth gleich zu Fuß erkundet und festgestellt, dass es eine schöne, gemütliche Stadt ist. Da Campingplätze in der Hauptstadt Westaustraliens rar und teuer sind, haben wir am Nachmittag Perth in Richtung Osten verlassen. Die Nacht haben wir auf einem einsamen Rastplatz im Wald verbracht.