Reisetagebuch

Kay und Sophie in Australien

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Archive for April, 2009

Vom Outback in die Blue Mountains

Weiter ging es von Broken Hill auf dem Barrier Highway Richtung Osten. Kurz gehalten haben wir in Wilcannia, einer zur Zeit der Schaufelraddampfer wichtigen Handelsstadt am Darling River. Aber bis auf eine Tankstelle ist hier heute alles tot. Nach 450 km und ganze zwei Orte hinter Broken Hill haben wir unser Nachtlager auf dem Campingplatz der Mienenstadt Cobar aufgeschlagen. Zuvor hat Kay jedoch noch zwei Stunden im Great Cobar Heritage Centre verbracht. Das Museum im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Gold- und Kupfermiene zeigt hervorragend die Geschichte der Stadt, des Bergbaus und die Lebensumstände der Menschen hier. Am nächsten Morgen sind wir früh aufgestanden, um die örtliche Wetterstation zu besuchen. Der Meteorologe hat uns mit auf seine morgendliche Runde genommen, um die Instrumente abzulesen. Dabei hat er uns alles zu seiner Arbeit und dem Wetter erklärt. Höhepunkt war der Start eines Wetterballons. Danach haben wir kurz an der noch aktiven Goldmiene gehalten, bevor es wieder auf den Highway ging.
Windrad
Langsam wurde die Landschaft wieder grüner. Gebüsch und schließlich Bäume lösten die für das Outback typischen Grasbüschel und die rote Erde ab. Die großen Städten Dubbo und Orange ließen wir hinter uns, bis unsere Tagesetappe nach 490 km in der Motorsporthochburg Bathurst endete. Nach einer Nacht auf dem Campingplatz sind wir am folgenden Tag zur Rennstrecke am Mount Panorama gefahren. Das Besondere am 6,2 km langen Rundkurs ist, dass er für den öffentlichen Verkehr freigegeben ist. Die Höchstgeschwindigkeit ist jedoch auf 60km/h beschränkt, aber selbst die war für unser Auto auf der bergigen Strecke nicht leicht zu erreichen. Nach einer „Rennrunde“ hat Kay noch das National Motor Racing Museum besichtigt, in dem viele historische Rennwagen und -Motorräder ausgestellt sind.
Am Nachmittag haben wir den Kanangra-Boyd National Park östlich der Stadt Oberon erreicht. Über eine 29 km lange Schotterpiste durch endlose Eukalyptuswälder sind wir zu den spektakulären Sandsteinklippen des Kanangra Walls Plateaus gelangt. Nachdem wir hunderte Treppen hinab zum Wasserfall gestiegen sind, haben wir noch eine Wanderung über das Plateau unternommen und den Ausblick an den Felsklippen genossen.
Plateu
Unser Nachtlager haben wir an diesem Tag unweit auf einem Buschcampingplatz aufgeschlagen. Am folgenden Tag haben wir eine der berühmten Jenolan Caves erforscht. Die River Cave hat ihren Namen von einem unterirdischen azurblauen Fluss. Die Ausmaße der Höhle und die der Tropfsteine waren einfach atemberaubend!
Jenolan
Im Blue Lake vor der Höhle haben wir dann sogar ein Schnabeltier (hier platypus genannt) beobachten können. Gegen Abend sind wir dann in Katoomba, dem Touristenzentrum des Blue Montains National Parks, angekommen. Vor Sonnenuntergang haben wir noch einen Blick auf die Felsformation der berühmten Three Sisters geworfen, bevor wir uns für die Nacht auf dem Campingplatz eingemietet haben.
Three Sisters
Am folgenden Tag, es ist Samstag und nationaler Feiertag in Australien (ANZAC Day), sind wir gewandert. Vom Hochplateau aus sind wir eine sehr sehr steile Treppe (Dauer des Abstiegs ca. 20min.!) an den Three Sisters hinab ins Tal gestiegen, um zu Füßen der zum Teil 300m hohen Felswände den Urwald mit seinen Wasserfällen zu erkunden. Um nach dieser ausgiebigen Wanderung wieder nach oben zu kommen, haben wir aber die komfortable Methode gewählt und sind mit der Seilbahn gefahren. Der Rückweg entlang der Klippen war von unzähligen Aussichtspunkten („Lookout“) über die Blue Mountains geprägt – ein Ausblick schöner als der andere!
Abends sind wir in ein nahes Tal gefahren, um die Nacht wieder im Busch zu campen. Auch am Sonntag sind wir ausgiebig gewandert. Von Blackheath aus sind wir am Vormittag entlang der Steilwände an wunderschönen Wasserfällen zu einem entlegenen Aussichtspunkt gelaufen, am Nachmittag ging es hinab in einen tiefen wild-romantischen Canyon. Gegen Abend haben wir die Blue Mountains im dichten Rückreiseverkehr Richtung Sydney verlassen und sind für die Nacht in einem Motel abgestiegen.

Flinders Ranges N.P. und Broken Hill

Nachdem wir uns gestärkt und auf dem Zeltplatz in Wilpena eingerichtet hatten, sind wir zu einer zweistündigen Wanderung zu einem Aussichtspunkt aufgebrochen, von dem man aus die Wilpena Pound genannte, fast 80 km² große Talmulde überblicken kann. Die atemberaubende Landschaft erinnert stark an einen großen Meteoritenkrater, ist aber auf natürlichem Weg durch Faltung und Erosion der Erdkruste entstanden. Außen ragen die schroffen Felswände fast senkrecht 500m in die Höhe, während die Berghänge nach innen sanft in eine große grüne Ebene abfallen. Den zweiten Tag im Park sind wir auf unbefestigten Straßen nach Norden gefahren und sind auf einer vierstündigen Wanderung einem ausgetrockneten Flussbett auf dem Weg durch das Gebirge gefolgt.
Flinders Ranges
Am späten Nachmittag haben wir uns wieder auf den Weg in den Süden gemacht und uns alte Felsmalereien der Aborigines angeschaut. Unser Weg zurück nach Sydney führt uns von nun an auf direktem Weg dem Barrier Highway Richtung Osten folgend durchs Outback. In diesem nur sehr spärlich besiedelten Landstrich wirkt die von großen Abraumhalden geprägte Bergbaustadt Broken Hill mit ihren 19000 Einwohnern wie eine Metropole. Dennoch bietet sie nicht so viel Sehenswertes. Wir haben die zwei Tage hier bis auf einen wirklich lohnenswerten Besuch beim berühmten Royal Flying Doctor Service eher ruhig verbracht und die Zeit dazu genutzt, einmal wieder unser Reisetagebuch aufzuarbeiten und die vielen Fotos zu sortieren.

Adelaide

In der Hauptstadt Südaustraliens haben wir Sophies Studienfreundin Vroni und ihren australischen Freund Ryan besucht. Sie bewohnen zwei Zimmer einer wunderschönen alten Villa mit großem Garten und Pool. Wir sind Karfreitag angekommen und ganze sechs Tage geblieben. Das Wetter da war zur Abwechslung jeden Tag warm und sonnig. Am Samstag haben wir mit den beiden, der Schwester von Ryan ihrem Mann und einem weiteren Freund eine Weintour ins nördlich gelegene Clare Valley unternommen. In dem für Riesling bekannten Weinanbaugebiet haben wir einen halben Tag lang auf unzähligen Weingütern die besten australischen Tropfen verkostet. Zurück von der Tour haben wir am Abend noch ein wenig die City erkundet.
Adelaide
Ostersonntag sind wir nach Hahndorf östlich von Adelaide gefahren. Diese Siedlung wurde vor 170 Jahren von deutschen Siedlern gegründet. Sehr interessant zu sehen, was hier alles als typisch deutsch angesehen wird! Wusstet ihr, dass wir Deutschen Unmengen Hot Dogs mit Sauerkraut essen? Den Aussies schmeckt das sichtlich! Schwarzbrot gab es jedoch leider auch hier nicht, aber Leberwurst konnte man kaufen. Den folgenden Tag haben wir die Seele baumeln lassen, waren mit Vroni am Strand und hatten abends mit den beiden und zwei Nachbarn ein leckeres BBQ. Dienstag war Vronis Geburtstag! Wir waren mit ihr in der City shoppen und haben in der Bibliothek durch Zufall unsere Freunde Petra und Silvio aus Dittmannsdorf getroffen. Die beiden saßen in Adelaide fest, da ihr Auto repariert werden musste. Am Abend haben wir natürlich noch Vronis Geburtstag gebührend mit einem Schokofondue gefeiert. Das war wirklich lecker und wir haben uns wunderbar mit ihren Freunden amüsiert. Den folgenden Tag sind wir mit Petra, Silvio und Vroni nach Victor Harbor gefahren, haben nach Pinguinen Ausschau gehalten und Neuigkeiten und Erfahrungen ausgetauscht. Abends haben wir Weißbier und Bockwurst im German Club genossen. Am Donnerstag haben wir Adelaide Richtung Norden verlassen, um in die Flinders Ranges zu fahren. Unterwegs haben wir uns in Burra eine alte Kupfermiene mit Freilichtmuseum angeschaut.
Kupfermiene
Nach einer Übernachtung in Peterborough haben wir einen kurzen (unasphaltierten) Abstecher zum Magnetic Hill gemacht. Dort ist ein großer U-förmiger Magnet auf dem Hügel aufgestellt. Wenn man sein Auto am richtigen Platz abstellt und in den Leerlauf schaltet, rollt man wie von Geisterhand gezogen den Berg hoch. Ging zwar erst beim dritten Versuch, aber es hat funktioniert. Am frühen Nachmittag sind wir dann im Flinders Ranges National Park angekommen.

Der Weg von den Grampians nach Adelaide

Vorbei an einer weiteren herausragenden australischen Touristenattraktion – dem hausgroßen Giant Koala – sind wir nordwestlich Richtung Horsham gefahren. Im Information Centre wurde uns empfohlen, wieder Richtung Küste nach Adelaide weiter zu fahren, da das Landesinnere nichts Sehenswerte bietet. Einen kurzen Stopp am Nachmittag haben wir auf dem Gipfel des Mount Arapiles eingelegt, von dem aus man einen guten Ausblick auf ausgetrocknete Salzseen, kontrolliert abbrennende Felder und weite menschenleere Ebenen hat. Die am Berg befindlichen Höhlen wären leider nur mit Kletterausrüstung erreichbar gewesen. Kay hat es sich aber nicht nehmen lassen den Felsen zu erklimmen, konnte aber die Höhlen dennoch nicht erreichen. Der ausgeschilderte Caravanpark am Lake Wallace in Edenhope erschien uns als gute Übernachtungsmöglichkeit – und wir wurden nicht enttäuscht. Obwohl der für Wassersport berühmte See auf Grund der anhaltenden Dürre schon seit Jahren ausgetrocknet ist, war der Zeltplatz erstklassig und liebevoll ausgestattet.
Lake Wallace
Am folgenden Tag passierten wir die Grenze vom Bundesstaat Victoria nach South Australia. (S. A.). Das Besondere am „Grenzübertritt“ ist das Einfuhrverbot von Obst und Gemüse, um keine Fruchtfliegen in das noch fruchtfliegenfrei S. A. einzuschleppen. Wir haben dennoch unsere frisch gekauften Weintrauben an den Quarantänecontainern vorbei „geschmuggelt“, sie aber kurz hinter der Grenze nach dem Besuch der Victoria Fossil Cave verzehrt. In dieser Tropfsteinhöhle wurden tausende Skelette von z. T. ausgestorbenen Tieren gefunden. Die SPINNEN am Ausgang der Höhle waren zu Sophies Leidwesen jedoch noch quicklebendig.
Da am Karfreitag alle Tankstellen in Naracoorte geschlossen hatten, mussten wir mit einem fast leeren Benzintank den 111 km langen Weg durch vollkommen unbewohntes Gebiet zur Küstenstadt Robe wagen. Nach langem Bangen und nicht enden wollenden Kilometern, haben wir mit dem letzten Tropfen Robe erreicht. Mit bis zum Rand gefülltem Tank, aber leerem Magen ging es entlang der Küste weiter nach Kingston South East. Deren „Hauptattraktion“ ist ein riesiges Krustentier namens „Larry the Giant Lobster“.
Larry
Dort haben wir mit einem Mittagessen neue Energie für den weiteren Weg entlang des Coorong N.P. an der Küste nach Adelaide getankt.

Great Ocean Road und Grampians N.P.

Nach der Überfahrt ging es ab auf die Great Ocean Road, eine Straße direkt an der Südküste. Unser erster Stopp war in Torquay, wo gerade die Vorausscheide für die Surfweltmeisterschaft am nächsten Tag liefen. Weiter südlich folgte die kleine Stadt Lorne, wo wir einen kurzen Abstecher ins Landesinnere zum wunderschönen, im Urwald gelegenen Erskine Waterfall. Unsere Fahrt führte weiter entlang der gewundenen schmalen Straße. Wir haben mehrere Stopps an der atemberaubenden Steilküste und bei sehr niedlichen, fressenden oder schlafenden Koalas gemacht. Die Nacht haben wir auf einem bei Anglern beliebten Campingplatz verbracht. Leider hat es geregnet und wir mussten unser BBQ (Grillen) im Auto verspeisen. Der nächste Tag war zum Glück sehr schön warm und sonnig, so dass wir bestes Wetter für die Hauptattraktionen der Great Ocean Road hatten – die Gibson Steps, Twelve Apostels, Loch Ard Gorge, London Bridge, The Arch, Martyrers Beach. Dies alles sind verschiedene Felsformationen im Wasser.
Apostels

Arche
Wir konnten uns kaum satt sehen und haben für 80 km einen halben Tag gebraucht. Wir sind nach diesem sehr beeindruckenden Weg über Warrnambool nach Port Fairy weiter entlang der Küste gefahren, um dann ins Landesinnere in den kleinen aber feinen Mount Eccles National Park zu fahren. Da es schon fast dunkel war als wir da angekommen sind, haben wir schnell noch unser Abendbrot zubereitet. Zum Glück sind wir noch eine Runde über den Zeltplatz gelaufen und haben einen Koala aus nächster Nähe gesehen. Er ist vor uns vom Baum geklettert, ist ein Stückchen „gerannt“ und dann auf seinen Schlafbaum geklettert, wo er am nächsten Tag noch saß. Wir sind früh aufgebrochen, um die vom Vulkan geformte Landschaft zu erkunden. Zuerst haben wir eine von Magna geformte Höhle inkl. Fledermäuse erforscht und sind dann innerhalb eines vor mehreren Zehntausend Jahren geformten und jetzt leider eingestürzten Lavatunnel gelaufen. Auf diesem mehrstündigen Trip haben wir viele Kängurus und extrem laute, nervige Kakadus gesehen. Ein weiterer Höhepunkt war die Natural Bridge, ein kurzes Stück nicht eingestürzter Lavatunnel. Nach Erklimmen des Mount Eccles sind wir dem Kraterrand gefolgt. Der Vulkankrater war sehr schön, da er sehr tief und zum Teil mit Wasser gefüllt ist.
Mt Eccles
Gegen Mittag sind wir ins Landesinnere zum den sehr beliebten Grampians National Park – eine bis zu 1167m hohen Gebirgsformation. Da es kurz vor Ostern war und nahezu jeder Urlaub hatte, war sehr viel los. Wir hatten aber Glück und konnten auf einem bei den Aussies sehr beliebten Campingplatz einchecken. Nach dem Zeltaufbau sind wir nochmal los und haben uns die ersten viel Wasser führenden MacKenzies Falls und die berühmten Balconies, schroff abfallende und überhängende Felsenklippen, angeschaut.
MacKenzies Falls
Dies war nur ein Vorgeschmack auf den nächsten Tag. Wir sind nach einer sehr kalten Nacht im Zelt früh aufgebrochen, um eine mehrstündige Wanderung zum vielleicht schönsten Aussichtspunkt der Grampians zu unternehmen. Um diesen zu erreichen, mussten wir einen rund 2,5 km langen steilen und felsigen Aufstieg meistern. Dieser führte teilweise durch eine enge, Grand Canyon genannte Felsschlucht. Der Weg war sehr anspruchsvoll – z. T. sind wir von Fels zu Fels gesprungen – aber atemberaubend schön. Die Aussicht von der The Pinnacle genannten Felsklippe war aber den anstrengenden Aufstieg wert.
The Pinnacle

Melbourne

Die folgenden 4 Tage in Melbourne waren nicht so erlebnisreich wie erhofft. Wir haben uns ein, zwei Attraktionen am Tag angeschaut, sind viel mit der historischen Straßenbahn umhergefahren und haben die City ein wenig erkundet.
Melbourne
Sehr viel Zeit haben wir damit verbracht, zu überlegen, was wir uns als nächstes anschauen könnten. Am ersten Tag haben wir nur das Aquarium besucht und in diversen Parks gesessen, da es sehr heiß und schwül war. Die folgenden Tage waren im Gegensatz dazu kalt und verregnet. Wir haben uns australische Kunst in der Galerie, die City bei Nacht, das alte Melbourner Gefängnis und eine Polizeiwache angeschaut.
Gefaengnis
Die letzten beiden waren besonders herausragende Attraktionen. Neben der sehr interessanten Geschichte der Gebäude haben wir eine Theaterdarstellung über das Leben von Ned Kelly, einem etwas zwielichtigen Nationalhelden, welcher sich gegen die Obrigkeit auflehnte und in diesem Gefängnis hingerichtet wurde, bestaunt. Außerdem haben wir die noch bis 1994 genutzte Polizeiwache und deren Zellen interaktiv erkundet.
Melbourne bei Nacht
Höhepunkt unseres Aufenthaltes in Melbourne war der Besuch des 253m hohen Observation Decks in den Rialto Towers. Wir sind gegen Abend nach oben gefahren und haben den Sonnenuntergang abgewartet. So haben wir die Stadt bei Tag und bei Nacht von oben gesehen – sehr beeindruckend!
Von Melbourne aus sind wir Richtung Südwesten nach Phillip Island gefahren. Die Insel ist bekannt für ihre Rennstrecke und die Pinguinkolonien. Obwohl es noch immer regnerisch und stürmisch war, haben wir auf einem Rundgang an der Küste einige der kleinen Kerlchen hautnah erleben können.
penguin
Unsere Nacht haben wir mehr oder weniger „illegal“ auf einem Parkplatz verbracht, da wir die Fähre am Zugang zur Melbourner Bucht verpasst hatten. Ein Ranger hat uns am nächsten Morgen sehr freundlich darauf hingewiesen, dass wir das Weite suchen sollen…

Auf nach Melbourne!

Nach zwei Tagen in der ungewöhnlich kleinen und provinziellen Hauptstadt Canberra sind wir weiter Richtung Süden gefahren. Mit einem kleinen Abstecher haben wir das Canberra Space Center besucht, ein in den Bergen versteckter Außenposten der NASA in dem mit großen Antennen nach außerirdischer Intelligenz gesucht wird.
Space Center
Weiter ging es über den Highway in die Snowy Mountains, das Zentrum des Australischen Wintersports. Im Herbst liegt aber noch kein Schnee, so dass wir auf unserem ersten Zeltplatz im Nationalpark auf 1500 m Höhe den Platz nur mit den Kängurus teilen mussten. Dies war das erste Mal, dass wir die berühmten Wappentiere in Freiheit und ganz aus der Nähe sehen konnten. Denn mangels großer Raubtiere sind Vögel, Kängurus, Wombats usw. nicht scheu und man kann sich ihnen bis auf ca. einen Meter nähern. Eine absolut neue Erfahrung für uns!
Obwohl noch kein Schnee in den Bergen liegt, wird es in der Nacht empfindlich kalt – nur knapp über Null Grad. Wir sind aber bestens ausgerüstet und abgehärtet, was Kälte angeht. ;o) Wenn die Sonne aufgeht, kommt jedoch sofort die Wärme zurück.
Im Nationalpark befindet sich auch der höchste Berg Australiens. Wir haben uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen, auf dem „Dach Australiens“ zu stehen und den 2200 m hohen Mt. Koszuszko bei bestem Wetter in einer vierstündigen Wanderung bestiegen.
Mt. Koszuszko
Die folgende Nacht haben wir wieder auf einem wild-romantischen Zeltplatz an einem Fluss und mit noch mehr Kängurus verbracht. Am folgenden Tag waren wir in einer autemberaubenden Tropfsteinhöhle. Dort gab es abertausende Tropfsteine in den verschiedensten Farben und Formen zu sehen. Zum Abschluss haben wir noch ein Bad in einem 27°C warmen Thermalpool genommen, bevor wir uns wieder auf den langen Weg zurück an die Ostküste gemacht haben. Dort sind wir am späten Abend angekommen. Unser Plan, der Küste entlang nach Melbourne zu fahren, machten Buschbrände einen Strich durch die Rechnung. Der Küstenhighway war komplett gesperrt und wir mussten wieder hunderte Kilometer ins Landesinnere auf den „nächstgelegenen“ Highway ausweichen. Selbst dort sind wir mehrere Stunden durch vollkommen verrauchte Gegenden gefahren, bis wir endlich die Südküste erreicht haben. Unser Nachtlager haben wir in den Dünen des menschenleeren 90-Miles-Beach aufgeschlagen.
90-Miles-Beach
Bevor wir nach Melbourne gefahren sind, haben wir eine Nacht in Australiens beliebtesten NP – The Wilson Promontory NP – verbracht. Leider ist er im Februar zu knapp 50% abgebrannt und ist deshalb größtenteils gesperrt gewesen. Wir haben uns im Information Center über Haie, Schlangen, Quallen usw. informiert. Uns wurde mitgeteilt, dass wir nachts viele Wombats beobachten können, es Haie und Quallen geben könnte und die Schlangen sehr scheu sind und sich nicht zeigen. Wir waren kaum 10m auf den Zeltplatz gefahren, als sich eine größere Schlange vor unserm Auto räkelte. Ich weiß, dass einige Familienmitglieder gleich wieder kehrt gemacht hätten, wir sind aber geblieben. Wir wollten ja unbedingt Wombats sehen. Das ist uns auch geglückt. Wir haben zwei sehr schöne und relative zahme Exemplare beobachten können. Da wir nicht Wandern durften, haben wir die zwei sehr schönen Strände besucht. An beiden gab es Surfer und demzufolge hohe Wellen. Waren wirklich traumhaft!
The Prom
Nun sind wir in Melbourne. Bis jetzt gefällt es uns hier trotz warmem Wetter nicht so gut wie in Sydney. Es gibt wirklich sehr viele schöne, viktorianische Gebäude, aber sonst irgendwie nicht so viel zu tun. Mal sehen, was wir die nächsten Tage unternehmen werden. Unser 7-jähriges Zusammensein haben wir gebührend mit unserem ersten australischen Restaurantbesuch gefeiert. Mmmh lecker…